Aktualisiert am 04.01.2016

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Osteoporose – Fakten und Zahlen Drucken

Was ist Osteoporose?

Bei der Krankheit Osteoporose besteht ein gravierendes Ungleichgewicht in der Aufrechterhaltung gesunder Knochenstruktur: Der Abbau der Knochensubstanz erfolgt rascher als die Neubildung. Es kommt in der Folge zu einem Verlust an Knochendichte.
Betroffen ist das gesamte Skelettsystem. Durch die stark verminderte Belastbarkeit des Skeletts steigt das Risiko für Frakturen insbesondere für die Wirbelkörper, den Schenkelhals und die Speiche deutlich an.
Knochenbrüche ohne adäquates Trauma erheben immer den Verdacht auf das Vorliegen einer bereits manifesten Osteoporose. Jede Osteoporose-bedingte Fraktur vervielfacht das Risiko für weitere!
Erfolgte Frakturen können die Patienten und Patientinnen mit verminderter Beweglichkeit, starken, dauerhaften Schmerzen, bleibender Behinderung und die Angst vor der nächsten Fraktur belasten.

Wer ist von Osteoporose betroffen?

Weltweit sind rund 200 Millionen Frauen an Osteoporose erkrankt. In der EU erleiden jährlich etwa 400.000 Frauen einen Oberschenkelhalsbruch. Jede dritte Frau über 50 erleidet einen durch Osteoporose verursachten Knochenbruch.
Osteoporose betrifft sowohl Frauen als auch Männer: jeder 5. Osteoporosepatient ist ein Mann, Tendenz steigend.

Was sind die Risikofaktoren?

  • erbliche Faktoren (z.B. Knochenbrüche bei geringem Anschlag bei Mutter oder Vater nach dem 50. Lebensjahr)
  • Hormonelle Störungen (Wechsel vor dem 47. Lebensjahr, Ausbleiben der Menstruation im jungen Erwachsenenalter, bei Männern Testosteronmangel)
  • viele chronische Krankheiten (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, rheumatoide Arthritis, Schlaganfall, Darmerkrankungen, Nierenerkrankungen, chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
  • Immobilität und Inaktivität (z. B. längere Bettruhe)
  • ungesunder Lebensstil (Nikotin, übermäßiger Alkoholkonsum, Nahrungsverweigerung oder extreme Abmagerungskuren, z. B. Anorexia nervosa)
  • Medikamente (z.B. Kortison, krampflösende Medikamente)

Osteoporose kann allerdings auch ohne einen dieser Risikofaktoren im höheren Lebensalter auftreten. Deshalb empfiehlt die WHO für jede Frau ab dem 65. und jeden Mann ab dem 70. Lebensjahr routinemäßig bereits eine einmalige Knochendichtemessung.

Was sind die Folgen von Osteoporose?

  • der dramatischen Abfall der individuellen Lebensqualität aufgrund von frakturbedingtem Mobilitätsverlust (Behinderung und damit Abhängigkeit von Fremdhilfe)
  • extrem hohen Kosten, was die primären medizinischen Behandlungskosten (Erstversorgung) und die folgende lebenspraktische Betreuung betrifft (Rehabilitationskosten, Pflegeheime, mobile Pflegedienste etc., die mitunter bis ans Lebensende des Patienten dauern)
  • eine signifikante Erhöhung der Todesrate sowohl bei Oberschenkelhalsbrüchen als auch bei Wirbelfrakturen

Osteoporose wird im Bewusstsein der potentiell betroffenen Patienten immer noch verharmlost. Dabei ist das statistische Risiko einer Frau, sich den Oberschenkelhals zu brechen, genauso groß wie das Risiko für Krebs an der Brust, der Gebärmutter oder den Eierstöcken zusammen. Osteoporose bleibt oft jahrelang unerkannt, weil der Verlust der Knochendichte unauffällig voranschreitet. Erst beim Auftreten von Knochenbrüchen wird die Krankheit wahrgenommen.

Wie man kann man Osteoporose vermeiden?

Bis etwa zum 25. Lebensjahr wird die genetisch maximal mögliche Knochenmasse aufgebaut. Diese wird durch die Ernährung und das Bewegungsverhalten in der Kindheit und Jugend stark beeinflusst. Insbesondere in der präpubertären Entwicklungsphase erhält der Knochen durch regelmäßigen Sport mit „Knochenimpact“ den höchsten bleibenden Gewinn, bis zu 24% mehr an maximaler Knochendichte. Nach dem Wachstumsabschluss kann ein regelmäßiges „Knochentraining“ (Training mit Gewichtsbelastung: Progressives Krafttraining, Laufen, Hüpfen, etc.) die Knochendichte erhalten oder zumindest verzögern. Der Lebensstil von Osteoporosepatienten sollte der Schwere ihrer Krankheit angepasst sein. Insbesondere die hohe Sturzgefährdung bei älteren Menschen mit Osteoporose muss reduziert werden.

Wie wird Osteoporose diagnostiziert?

Mit speziellen Geräten zur Messung der Knochendichte (Densiometern) kann schmerzfrei festgestellt werden, ob ein Schwund der Knochendichte vorliegt. Die Früherkennung ist einfach.

Wie wird Osteoporose behandelt?

Liegt bereits Osteoporose vor, sollte diese zunächst medikamentös behandelt und vorhandene Schmerzen therapiert.
Da Immobilität den Knochen- und Muskelabbau sogar fördert, sollte in Folge ein Übungsprogramm ausgearbeitet werden, um die Muskulatur zu kräftigen, die Beweglichkeit zu verbessern und die Gleichgewichts- und Koordinationsfähigkeit zu erhöhen. Gleichzeitig dürfen dadurch Strukturen, wie Knochen, Sehnen, Bänder, nicht überbelastet werden. Jede Verletzungsgefahr muss vermieden werden. Ein individuell angepasstes Trainingsprogramm ist damit am effektivsten, wenn es um die Verbesserung der Funktionalität und Lebensqualität geht, aber auch eine gewisse Gradwanderung. Nur nach genauer Abklärung des Krankheitszustandes und entsprechend des aktuellen Funktionsbefundes soll ein Übungs- bzw. Trainingsprogramm zusammengestellt werden.

Das gezielte Vermeiden von Sturzgefahr im Alltag trägt zur Risikosenkung osteoporotischer Frakturen bei: Haltegriffe, rutschfeste Matten, ausreichende Beleuchtung, gutes Schuhwerk etc.

Auch vernünftige Ernährung ist wesentlich. Besonders wichtig ist bei Osteoporosepatienten die ausreichende Aufnahme von Kalzium und Vitamin D.

Zudem gibt es – z. T. neue entwickelte - wirksame Medikamente, die

  • Osteoporose verhindern
  • bereits bestehende Osteoporose stoppen und
  • verlorene Knochensubstanz wieder aufbauen können.

Dazu zählen vor allem Bisphosphonate, Selektive Östrogenrezeptor- Modulatoren (SERM), Parathormon, Strontiumranelat, Kalzitonine, Kalzium und Vitamin D.

Die Maßnahmen gegen Osteoporose liegen stark im Verantwortungsbereich des Patienten selbst: Es kann aber trotz einer gesunden Lebensführung zu Osteoporose kommen. Rechtzeitig erkannt kann der Knochenabbau durch wirksame Medikamente gestoppt und wieder aufgebaut werden.

Fakten Osteoporose, Osteologie Kongress 2007, 28.Februar - 3.Marz 07, www.osteologie2007.de

 
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